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Die ersten 50 Jahre 1877 – 1927

Am 7. Dezember 1877 gründete sich unter verdienstvoller Leitung des Lehrers Johann Friedrich Rudolf Fränz mit tatkräftiger Unterstützung des Bildners Kowalsky und Albert Catholy als Mitglieder des Vorstandes der

MÄNNERGESANGVEREIN ZU PETERSHAGEN

der - laut Pfarrer Alexander Giertz – nebenbei den Namen der Blumen- und Frühlingsgöttin ‚Flora' führt. Er war hervorgegangen aus einem öffentliche Feiern umrahmenden Gelegenheitschor freiwilliger Sängerinnen und Sänger.

Von Anfang an widmete sich der im Wesentlichen aus hiesigen Sangesbrüdern bestehende Männerchor sowohl kirchlichem als auch weltlichem Chorgesang. Oftmals diente er auch gemeinnützigen Zwecken.

Als Vereinsfarben wurde die Farbkombination Grün-Weiß gewählt.

1883 Wahl von Heinrich Breseke und Hermann Lucas 1 (bis 1888), Wilhelm Abel und Otto Petermann (bis 1892) in den Vereinsvorstand.

1889 Hilfsprediger Alexander Giertz wird Ehrenmitglied im MännerGesangVerein Flora 1877.

Zu Jahresbeginn wächst der MännerGesangVerein Flora auf insgesamt 38 Männer an. Davon sind 20 aktive und 18 passive Mitglieder.

Im gleichen Jahr schenkt der Verein der evangelischen Kirche zu Petershagen einen Kronleuchter.

1892 Richard Bugge und Hermann Lucas 1 werden (bis 1895) in den Vorstand des Gesangvereins gewählt.

1893 Im Januar kauft der MännerGesangVerein einen Altarteppich für die Petershagener Kirche sowie einen Stuhl für das Harmonium und spendet 30 Mark für den Erwerb eines Kronleuchters für die evangelische Kirche in Eggersdorf.

1895 In den Vereinsvorstand werden (bis 1898) der Schmied Wilhelm Abel und der Mühlenmeister Otto Bergemann gewählt.

1897 Das Aufbringen des Turmknopfes der evangelischen Kirche zu Petershagen am Himmelfahrtstag, dem 27. Mai, wird musikalisch begleitet vom MännerGesang-Verein Flora unter Leitung von Lehrer Alexander Fränz. Es erklingt die Motette Singet dem Herrn ein neues Lied. Gebet und gemeinsamer Gesang beschließen die Feier.

1898 Die Vereinsmitglieder wählen Richard Bugge und Otto Bergemann in den Vorstand. (O. Bergemann scheidet 1906 aus dem Gesangverein aus).

1900 Am 7. Januar singt der Männerchor bei der Einführung von Pfarrer Alexander Giertz in sein Pfarramt.

Für eine kirchliche Gedächtnisfeier im Pfälzerdorf Müggelheim, welche Petershagen und Eggersdorf zu einem weiten Ausfluge (am 10. Juni) veranlasste, so Pfarrer Giertz, übernahm (der Verein) den Chorgesang in der dortigen Kirche und die frohen Lieder der Nachfeier im

Gartenlokale an der Krampe.

1902 Die jährlichen Generalversammlungen des MännerGesangVereins Flora 1877 e.V finden nach einem ritualisierten Schema statt. Nach der Begrüßung der Mitglieder durch den Vereinsvorsitzenden und dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Sangesbrüder werden die Protokolle, der Jahres- und dann der Kassenbericht verlesen und bestätigt. (In Bezug auf die Richtigkeit der Kassenberichte gab es nie Beanstandungen). Danach erfolgt die Wahl des Vorstandes und des Vergnügungskomitees, das für die Vorbereitung und Durchführung von Gemeinschaftsveranstaltungen und Auftritte verantwortlich ist. Den Abschluss der Versammlung bildet der oftmals umfangreichste Punkt „Verschiedenes“. Ein geselliges Beisammensein schließt meist die Versammlung ab.

Rudolf Fränz, der Gründer, Vorsitzende und langjährige Dirigent des MännerGesangVereins Flora stirbt 67 jährig am 28. Oktober. Zu dieser Zeit befindet sich ein umfänglicher, vorwiegend von ihm angefertigter Notenschatz im Besitz des Vereines.

Vereinsdirigenten nach dem Tode von Rudolf Fränz waren für jeweils kurze Zeit die Lehrer Berger, Fürstenberg, Krone und dann Fritz Gottschalk (bis 1924).

1903 Über das vor dem Gasthaus von Franz Schubert auf dem Dorfplatz stattfindende 25. Stiftungsfest des MännerGesangVereins Flora 1877 e.V berichtet Pfarrer Alexander Giertz: Er (Fränz) hinterließ reiche Erinnerungen hebevoller und nein- dankbarer Anerkennung. Diese Gedanken kamen vollgültig zum Ausdruck, als der Verein am ‚wetterguten’ Sonntag,          dem 23. August 1903 in Gegenwart unserer beiden Ortsvereine (Landwehr- und Turnverein), von 13 singenden Gastvereinen mit ihren Fahnen und sehr vieler Festgenossen sein 25. Stiftungsfest - ein echtes Ortsfest - feiern konnte, für welches der Lehrer Krone die Begrüßung, der

Mühlenmelster Bergemann das Dank- und Schlusswort, die Erinnerungsrede der Verfasser (Pfarrer Giertz) übernommen hatten.

Ein Freund des Vereins schenkte anlässlich des Stiftungsfestes dem Männerchor als Anerkennung die Kopie eines vom Berliner Liedertafel-Dirigenten verwendeten Taktstockes.

Auf dem Stiftungsfest wurden 9 Sangesbrüder für ihre 25jährige Vereinszugehörigkeit durch ein Erinnerungszeichen, bestehend aus der Zahl 25, ausgezeichnet. Diese Art der Anerkennung wurde zur Tradition.

Im Oktober 1903 zählte der Verein 45 Mitglieder. Sie beschließen, die seit Bestehen in der Schule (dem heutigen ev. Gemeindehaus) abgehaltenen Sangesübungen in das Vereinslokal Gasthaus Madel in der Dorfstraße zu verlegen.

1904 Der Dirigent Fritz Gottschalk schenkt dem Männerchor einen Notenschrank.

Die Mitglieder des Gesangvereins spenden 15 Mark für die Anschaffung einer Geige.

1909 Am Johannistag (24. Juni) fand in Petershagen ein Festgottesdienst anlässlich der Grundsteinlegung für das Kirchenschiff der evangelischen Kirche zu Petershagen statt. Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom MännerGesangVerein Flora 1877. Nach der kurzen Festansprache von Pfarrer Giertz erklang aus den Männerkehlen Gloria mit Doxologie. Während die Urkunden von Pfarrer Siegel in den Grundstein gelegt und verschlossen wurden, sang der MännerGesangVerein Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren ...

1914-19 Während der Jahre des Ersten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit.

1922 Zusammen mit dem Landwehrverein, dem Turnverein Germania und den Lehrern und Schülern der Gemeindeschule beteiligte sich am 1. Oktober der MännerGesangVerein Flora an der Einweihung des Kriegerdenkmals auf dem Petershagener Dorfplatz.

1924 Groß war im Gesangverein die Trauer als am 8. Mai der Mitbegründer des Männerchores, Otto Streidt und am 10. Dezember 1924 der 1. Vorsitzende Hermann Lucas starben. Als Mitbegründer des Männer-GesangVereins war Hermann Lucas fast 50 Jahrelang bestrebt, den Verein zu erhalten. War es doch sein sehnsüchtiger Wunsch, im Verein das 50-jährige Stiftungsfest feiern zu können.

Bei beiden Beerdigungen sang der Männerchor seine Trauerlieder.

1925 Auf der Generalversammlung des MännerGesangVereins Flora 1877 e. V am 9. Januar wurden Hermann Lucas, Rudolf Körper und Karl Kretschmer als Vorsitzender Paul Brunner als Kassierer sowie Richard Bugge und Gustav Wolff als Kassenprüfer und Ernst Madel als Schriftführer gewählt.

Das 1924 von Fritz Gottschalk niedergelegt Amt des Dirigenten übernahm Lehrer Fritz Grasnick, leider nur kurzfristig, da er 1925 zum Gemeindevorsteher gewählt wurde. Seine Stelle als Dirigent nahm Herr Borchert aus Fredersdorf ein.

1926 Den Vorstand bestätigte die Generalversammlung am 9. Januar erstmalig für zwei Jahre. Als Nachfolger für den verstorbenen 1. Vorsitzenden, Hermann Lucas, wurde Wilhelm Abel gewählt. Das Vergnügungskomitee bildeten die Sangesbrüder Paul Breseke, Ernst Kirst, Bernhard Körper, Franz Kretschmer und Karl Lubnow.

Kurz vor dem Pfingstfest übernahm der Lehrer Bruno Weigel von dem Fredersdorfer Borchert das Amt des Dirigenten.

Mit mehreren Nachbarvereinen nimmt der MännerGesangVerein Flora 1877 am Gesangsfest des Männergesangvereins Bruchmühle teil.

Am 16. Juli 1926 starb der ehemalige Gemeindevorsteher, der Mitbegründer und das langjährige passive Mitglied des Männer: Gesangvereins, Wilhelm Brunner.

Am 26. Dezember fand im Vereinslokal Madel ein sehr gut besuchtes Weihnachtsvergnügen statt. Im Anschluss bat der Dirigent darum, dass sich die Sangesbrüder zukünftig rechtzeitig über die zu singenden Lieder einigen sollten, bevor das Veranstaltungsprogramm gedruckt wird.

Richard Hoerenz wird als Sänger in den Verein aufgenommen.

1927 Der MännerGesangVerein Flora 1877 nahm am 10. Juli am 50 jährigen Stiftungsfest des Männergesangvereins Eiche 1877 in Fredersdorf teil. Es war ein schönes Fest. Viele Vereine aus der Umgebung waren beteiligt.

Über viele Jahre schon pflegten die beiden Männergesangvereine eine freundschaftliche Partnerschaft.

Von einer größeren Feier anlässlich unseres 50jährigen Stiftungsfestes, welches in der Generalversammlung (am 15. Januar) beschlossen worden war, hat der Verein laut Vereinsbeschluss (ohne Nennung von Gründen) Abstand genommen, protokollierte Schriftführer Ernst Madel. Am 10. Dezember feierte unser Verein seinen 50. Gründungstag, außer von unseren Mitgliedern war der Besuch mäßig.

Für die regelmäßige Teilnahme an den Gesangsstunden und den Vereinsbeteiligungen erhielten die Sangesbrüder Erwin und Paul Breseke, Bernhard und Paul Körper sowie Arnold Madel einen Stammseidel als Anerkennung.

Im Dezember verstarben die (passiven) Vereinsmitglieder Gustav Körper und Otto Petermann. Beide Sangesbrüder waren Mitbegründer des Vereins.

In den MännerGesangVerein wurden aufgenommen: A. Giesche, Teichgräber, Pastor Kupfernagel sowie der Dirigent B. Weigel.

Fotos

links: Am 24. Juni 1909 sang der Männerchor Flora 1877 bei der Grundsteinlegung für die evangelische Kirche zu Petershagen.

 

unten: Feierliche Einweihung des Denkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Väter, Söhne und Brüder aus Petershagen am 1. Oktober 1922 auf der Dorfaue. Das Kriegerdenkmal war in den darauffolgenden Jahren mehrfach Auftrittsort für den MännerGesangVerein Flora 1877.

 

© Dokumentation 130Jahre MännerGesangVerein Flora 1877e. V, 2007 Projekt:      Karl-Heinz Parduhn, Vorsitzender des MännerGesangVereins Flora 1877 e.V.

Text und Layout:          Günter Knobloch  ( TEXT GEKÜRZT...)

 

   
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